LTTA - Learning Through the Arts

LTTA ist eine in Kanada am Royal Conservatory of Music entwickelte anerkannte Methode, die inzwischen auch in Deutschland von Schulen durchgeführt und von Universitäten und Schulämtern empfohlen wird.

Seit 2008 ist das Unterrichtskonzept LTTA an der Grundschule Würzburg-Lengfeld etabliert.

Im Schuljahr 2013/14 nehmen fünf Klassen daran teil.

LTTA bringt besonders ausgebildete Künstler in die Schulen, die in Zusammenarbeit mit Lehrern Unterrichtseinheiten entwickeln und durchführen.

Die Inhalte der Kernfächer Mathematik, Deutsch, Naturwissenschaften und Soziales werden mit Methoden der Künste wie z.B. Tanz, Musik, Bildende Kunst und Darstellendes Spiel vermittelt.

Kindern wird durch diese Methode das Erlernen und Speichern schwieriger und komplexer Sachverhalte leichter gemacht, weil die künstlerischen Ausdrucksweisen helfen und alle Lernkanäle angesprochen werden.

Das nachfolgende Beispiel einer LTTA-Unterrichtssequenz fand im Dezember 2013 in einer 1.Klasse statt.                  

Die Basis der insgesamt drei Unterrichtsstunden bildete ein Kinderbuch von Mira Lobe: „Eine Geschichte vom Nikolaus“.  

Mehrere Bereiche des grundlegenden Unterrichts der 1. Jahrgangsstufe wurden dabei verknüpft.

Musik:  Altersgemäße Lieder singen (Nikolauslied) und mit Körperinstrumenten sich zur Musik bewegen (Schneeflockentanz),Musikinstrumente kennen lernen und erkunden (Mandoline, Gitarre, Schellen, Rasseln, Glöckchen)    

Szenen spielen: Sich verkleiden, Text darstellen

Deutsch: Lesen und mit Literatur umgehen/ auf Bücher neugierig werden („Eine Geschichte vom Nikolaus“) Texte spielerisch darstellen, einander erzählen und einander zuhören: Der Geschichte zuhören, die Geschichte nacherzählen.  

Kunsterziehung/ Deutsch: Bilder zu einer Geschichte malen, zu eigenen Bildern erzählen, fremde Bilder würdigen  

Frau Fröhlen, eine Musikerin,  brachte eine Mandoline, eine Gitarre und weitere kleinere Rhythmusinstrumente mit in den Unterricht. Sie stellte die Instrumente vor. Fachbegriffe wurden geklärt. Den Klang der Mandoline hörten die Kinder beim Schneeflockenlied, dem sie andächtig und staunend zuhörten.
Für eine Auflockerung sorgte nun ein Schneeflockentanz, bei dem sich die Kinder frei im Raum zur Musik bewegen und wie Schneeflocken, mal langsamer, mal schneller tanzen sollten.  

Anschließend stellte Frau Fröhlen das Kinderbuch vor. Auf den ersten  beiden Seiten war folgendes zu sehen:  Der Nikolaus wäscht sich im Badezimmer. Ein Luftzug fährt durchs offene Fenster herein. Er bemerkt nicht, dass die Mitra aus dem Fenster geweht wird.  Nun waren die Kinder aufgefordert, gemeinsam zu überlegen, wie die Geschichte weitergehen könnte. Im Sitzkreis berichten die Kinder von ihren Vermutungen.  Nun erfahren die Kinder aus dem Buch, dass der Nikolaus  mit seinem Schlitten und den Rentieren um die Welt fahren wird. Die Kinder erhalten nun eine Hausaufgabe. Sie sollen malen, in welchem Land der Nikolaus seine Bischofsmütze wieder finden wird.  

Am Schluss der Stunde erlernen die Kinder noch 2 Strophen eines zur Geschichte gedichteten und vertonten Liedes und begleiten  das Lied mit Gesang, Schellen, Glöckchen und Rasseln.  

Eine Woche später kam Petra Fröhlen wieder zu uns. Die Kinder freuten sich schon sehr darauf, ihre selbst gemalten Bilder zeigen zu können.  

Zu Beginn der Stunde wurde der Schneeflockentanz getanzt und das Nikolauslied gesungen. Auch die Namen der Musikinstrumente hatten sich die Kinder gemerkt. Alle Kinder stellten nun ihr Bild vor und erzählten, wo der Nikolaus die Mitra finden würde. Viele Kinder hatten gute Ideen und malten den Nikolaus auf dem Schlitten auf der Suche nach der Bischofsmütze.

Jetzt erzählte Petra Fröhlen die Geschichte weiter. Der Nikolaus kam in viele Länder und fragte die Kinder dort nach seiner Bischofsmütze. Doch niemand konnte ihm helfen. Doch in jedem Land boten die Kinder dem Nikolaus eine landestypische Kopfbedeckung an, die der Nikolaus gerne aufsetzte. (Wollmütze aus Lappland, indischer Turban,  Chinesenhut, Cowboyhut)  

Petra hatte solche Hüte dabei. Die Kinder ordneten die Hüte den Ländern zu. Auf einer großen Weltkarte vollzogen sie die Reise des Nikolaus nach. Die Kinder staunten über die Größe der Länder und die Entfernungen. In Kleingruppen spielten die Kinder die Begegnung mit dem Nikolaus nach. Die Dialoge sollten die Kinder selbst entwickeln. Jeder Gruppe war ein Land/ bzw. Hut zugeordnet.

Den Schluss der Stunde bildete dann ein schönes Spiellied. Jan durfte sich als Nikolaus verkleiden. Zwei Kinder spielten die Rentiere und hatten Glöckchen an den Beinen. Der Nikolaus „fuhr“ mit seinem Schlitten und den Rentieren von Land zu Land und fragte nach der Bischofsmütze. Die zuvor entwickelten Dialoge konnten jetzt  in den Wechsel von Gesang und Spiel eingebracht werden.
Erst im Land Afrika wird Nikolaus fündig und sieht seine Mitra im Baum hängen. Da brummt der Nikolaus erleichtert: „Na endlich, da bin ich aber froh“, und lässt die Kinder zum Dank und Abschied ganz tief in den Sack greifen.

Mehr Informationen zu LTTA: www.ltta.de